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fbÄ #55 - Artikel #2 - - - april 2007
Landkreis verliert gegen Nazi-Deckert

[fbÄ-re] Der ehemalige NPD-Vorsitzende Günter Deckert darf nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Bautzen vom Februar den Gasthof in Gränitz zu einem Wohn- und Begegnungshaus umbauen. Das Gericht verpflichtet das Freiberger Landratsamt zur Erteilung einer Baugenehmigung. 2002 verweigerte das Landratsamt eine Baugenehmigung und versiegelte das Haus. Nazi-Deckert und seine Anhänger aus Freiberg erweckten den Eindruck, in Gränitz ein "Nazi-Zentrum" errichten zu wollen. Die Bürgerinitiative "Kein Nazi-Zentrum in Gränitz und auch nicht anderswo!" protestierte gegen das Vorhaben der Nazis. Die Verwaltungsspitze des Landkreises reagierte auf den öffentlichen Druck und versuchte mit Hilfe des Bauordnungsrechts, die Nazis zu stoppen. Landrat Uhlig (li), der ehemalige OB Zweig und Angestellte des Ordnungsamts.Landrat Uhlig (CDU) verkündete im MDR, dass jedes Jahr ohne Deckert ein gutes Jahr sei. Nun hat Deckert den Prozess gewonnen und droht unverschämt mit einer Schadensersatzklage gegen den Landkreis. Der neue Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf Martin Antonow, der auch für Gränitz zuständig ist, erklärte in der Freien Presse, dass die Stadt den Dorfgasthof von Deckert für einen angemessenen Preis kaufen könnte. Obwohl Deckert inzwischen wegen verschiedener Quertreibereien aus seiner Partei, die NPD, endgültig ausgeschlossen wurde, wollen die NPD-ler aus Freiberg Deckert weiter unterstützen. So schrieb NPD-Kreisrat Sandro Kempe an den "FreibÄrger": "Auf Eure Frage an Herrn Deckert zwecks Unterstützung des alten Gasthofes in Gränitz durch meine Person. Ja. Ich werde in meinem Möglichkeitsbereich auch weiterhin unterstützend am Anwesen von Herrn Deckert mitwirken. Auch Herr Weißbach, der Stützpunktleiter der Jungen Nationaldemokraten, sowie viele andere Personen der Region werden ihm am Anwesen behilflich sein." Deckert selber möchte aus finanziellen Erwägungen den Saal an die Gemeinde abtreten, vorausgesetzt, der würde von "A-Z" renoviert. Ein Schelm, der da keine Hintergedanken hat.

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