Skandalöse Wohnungsbau-Gesellschaft
[fbÄ, hig]
In Freiberg soll in den nächsten
Jahren angeblich nicht vermietbarer
Wohnraum abgerissen werden.
So steht es zumindest in der "Freien
Presse" vom 20. Oktober. Warum
deshalb Menschen Wohnungen in
den Abrissprojekten räumen müssen
- scheint demnach nicht sehr logisch.
Die als "Stadtumbau" deklarierte
Wohnungsmarktbereinigung bringt
ab 2007 über 1,2 Millionen Euro
Fördermittel für die "Städtische Wohnungsbaugesellschaft"
(SWG).Ungefähr
1000 Wohnungen werden platt
gemacht, um den Mietpreis zu halten
bzw. ab 2007 auch ansteigen zu lassen.
Dass ein städtisches Unternehmen
sich soetwas ohne Widerstand
erlauben kann, ist ein blamables
Zeugnis für die BürgerInnen und ihre
RepräsentantInnen im Stadtrat. Vom
Abriss betroffene BewohnerInnen
stehen dem Vorgang hilflos gegenüber.
Selbst der Mieterverein will
den Stadtumbau lediglich ein wenig
kritisch begleiten. Der hastige Griff
in die Fördermittelkasse hat - bei der
bisherigen SWG-Geschichte nicht
anders zu erwarten - schon beim
Start zu einem "Skandal" geführt,
wie die "Freie Presse" meldet. Nach
den ersten Abrissen wurden nicht
alle Objekte beräumt, in der Abrissmasse
befanden sich sogar toxische
Schwermetalle, eine Gefährdung von
AnwohnerInnen. Sicherheitsmängel
auf den Baustellen führten zu einem
Baustopp. Der Geschäftsführer der
SWG, Marcel Sonntag musste einräumen,
dass die Kosten für die Abrisse
um Zigtausende Euros ansteigen,
zumal er einen Rechsstreit auf
die SWG zukommen sieht mit einem
Streitwert von 200.000 Euro. Inzwischen
werden die Abrissarbeiten fortgesetzt.
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