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| fbÄ #48 - Artikel #1 - - - feb 2006 |
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Sorgen Fördermittel für flüssigen Verkehr? "Neue Überlegungen für Trassen- Verschiebung Richtung Hospitalwald" und bei "Ortsumgehung bahnt sich Lösung für Neufriedeburg an" - so lauteten die Schlagzeilen der "Freien Presse". Nichts Neues also von der Stadtentwicklungsplanung, nur die Besetzung der Position des Chefplaners mit dem Bismarck-Fan Holger Reuter (CDU) ist eine Änderung. Die Planung einer Umgehungsstraße für Freiberg ist schon über 70 Jahre alt. Nach der sogenannten Wende, dem Anschluss der DDR an die BRD, ist das Projekt jetzt kurz vor seiner Realisierung; denn mit der Mauer öffneten sich zwangsläufig die Zugänge zu den Fleischtöpfen der Fördermittel. Ohne dieses Geld würde die Verwaltung keine Sekunde an den Bau einer Umgehungsstraße denken. Das alles war schon vor acht Jahren im FreibÄrger, in einem Beitrag von der damaligen Grünen-Stadträtin, Katrin Thümmler, nachzulesen. Für Aufregungen sorgten verschiedene Versprechungen der Stadtverwaltung wie den Bau eines Lärmschutzwalles, auf den aus Kostengründen aber auch verzichtet wird oder die Hin- und Herverlegung der Trassenführung, mal 130m, mal 150 m von den Grundstücken der Neufriedeburger entfernt. Inzwischen hat die Bundesregierung 60 Millionen Euro für die Umgehung bewilligt und ein Baubeginn für 2007 angestrebt. Auch wenn das zuständige Straßenbauamt Chemnitz den Trassenverlauf der ca. 13 Kilometer langen Ortsumgehung von Freiberg zwischenzeitlich neu konzipierte, so wurde das von Neufriedeburgern kritisierte Brückenbauwerk über die Bahn verändert. Die jetzt wieder vorgesehenen Eingriffe in das Biotop "Hospitalwald" stoßen nur auf geringen Widerstand. Die Natur kann sich nicht wehren. Winklerstraße Die Stadt Freiberg will die Winklerstraße sanieren und im Zuge der Arbeiten ausbauen. Eine ausgebaute Winklerstraße stellt für Autofahrer eine ideale Verbindung dar, die vom Meißner Ring mal schnell zur B 101 oder von der B 101 in die Stadtmitte fahren wollen. Die Folge ist ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen, unter dem in erster Linie hunderte Studenten und Studentinnen in den Wohnheimen der Winkler- und Agricolastraße zu leiden haben werden. Lärmbelastung und Luftverschmutzung führen zu Verschlechterungen der Lebens- und Wohnqualität der Anwohner( innen).Vertreter der TU Bergakademie entwickelten in der Vergangenheit die Idee eines verkehrsberuhigten Campus. Die Winklerstraße sollte als Fußgängerzone ausgewiesen werden, in der nur Liefer- und Anwohnerverkehr zugelassen sind. Eine Verlegung der Einfahrt zum Messeparkplatz könnte für eine weitere Verkehrsberuhigung führen.und die Wohnqualität für die StudentInnenwohnheime steigern. Am 24. Juni 2005 unterbreiteten Vertreter der TU Bergakademie bei einer Anhörung der Stadt ihre Vorstellungen. Im Protokoll der Sitzung, das der Universität nur einen Tag vor Ablauf der Widerspruchsfrist zugestellt wurde, waren keine der Anregungen und Vorschläge der TU Bergakademie enthalten, schreibt die StudentInnen-Zeitung "Wühlmaus" in ihrer ersten Ausgabe 2006. Danach teilte die Stadt lapidar mit: Die Verkehrsregelung soll wie bisher beibehalten werden. Auf den Widerspruch gegen das Protokoll gab es keine Reaktion. Ein Kompromissvorschlag der TU, doch eine Einbahnstraßenregelung einzuführen, fand ebenfalls kein Gehör bei der Stadtverwaltung. Das Studentenwerk, der Rektor und das SIB (Sächsisches Immobilien- und Baumanagement) richteten weitere Briefe an die Stadtverwaltung und wiesen auf die Probleme hin, die ein Ausbau der Straße zur Folge hätte. Die Stadtverwaltung hat darauf nie geantwortet. Das bestehende Fahrverbot für LKW und ein Tempolimit 30 reichen bei weitem nicht aus. Bereits jetzt wird die Winklerstraße, auch bei denkbar schlechten Straßenverhältnissen von zahlreichen Autofahrern als Rennbahn angesehen. Auf eine Verbreiterung der Winklerstraße mag Stadtplaner Reuter aber nicht verzichten: Fördermittel fließen nur bei einer Straßenbreite von 6,50 Meter, die das Vorbeifahren von zwei Bussen ermöglicht. Für eine nach Wünschen der Uni sandgeschlämmte Straße gibt es keine Unterstützung. Ohne diese Mittel aber können wir die Straße nicht bauen. Dafür gibt es in unserem Haushalt keine Lücken mehr, erklärte er gegenüber der "Freien Presse". Unterdessen überlegen Student(innen) ihren Protest gegen die Verschlechterung ihrer Lebensqualität und gegen die Ignoranz der Stadtspitze zu organisieren. Die "Wühlmaus" wies ihre Leser/innen darauf hin, dass bereits fünf Personen ausreichen, um die Winklerstraße erfolgreich zu verbarrikadieren. Solche aktivistischen Töne und Vorschläge für Maßnahmen gegen eine verstockte und konservative Bürokratie hat es in Freiberg schon lange nicht gegeben. |
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