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Immer wieder montags...
[nry] Unsere Montagsdemos
haben bereits im April 2004 begonnen. Schon nach der ersten Großdemo
in Berlin gab es am 17. April eine Demo gegen den Sozialabbau in Freiberg.
Organisiert wurde sie vom Runden Tisch für soziale Gerechtigkeit
und gegen Sozialabbau. Danach wurde lange gerätselt, waren
die 150 Teilnehmer nun ein Erfolg für Freiberg oder nicht. Mehrheitlich
war man sich einig, eine Demo jede Woche wäre nicht so das richtige
und man beschloss Informationsveranstaltungen durchzuführen. Doch
dann kam der Spätsommer. Montagsdemos waren wieder in
und einige PDS Genossen entsannen sich: Ja, wir haben da doch den "Runden
Tisch". Landtagswahlkampf war ja auch, also passte das alles wunderbar
zusammen.
Wer diese Darstellung für überspitzt hält, sollte
sich noch mal den Wahlkampfspot der PDS zeigen lassen. Nachdem die Meinungsverschiedenheiten
mehr oder weniger ausgeräumt waren, ging man dazu über, eine
regelmäßige Montagsdemo zu organisieren. Inzwischen sind acht
vergangen. Es gab mit der Teilnehmerzahl ein ständiges auf und ab.
Aber nun hat sich ein fester Stamm von 100-120 TeilnehmerInnen herausgebildet
und die wollen weitermachen, trotz Regen und Kälte. Von vorneherein
wurde von den OrganisatorInnen darauf Wert gelegt, Inhalte an die Menschen
zu bringen. Deshalb wurde immer wieder versucht namhafte RednerInnen nach
Freiberg zu bekommen. U.a. waren Gert Julius von der GBM, Matthias Dittmann
vom Arbeitslosenverband, Ronald Plaschke von der Armutskonferenz Sachsen,
die stv. Bundesvorsitzende der PDS, Katja Kipping, und viele andere bei
uns zu Gast. Von Anfang an haben wir in die Organisation und Durchführung
der Montagsdemos Jugendorganisationen mit einbezogen. Auch von ihnen gab
es sehr inhaltsvolle Beiträge. Am offenen Mikrofon wurden wir immer
wieder von spontanen Redebeiträgen beeindruckt. Zwei Versuche, ausländerfeindliche
und rassistische Meinungen kundzutun, wurden strikt unterbunden. Unsere
Montagsdemo und der Runde Tisch distanzieren sich aufs Schärfste
von faschistischen, ausländerfeindlichen und rassistischen Parteien,
Bewegungen und Äußerungen. Am 25.10. gab es für Freiberg
eine Besonderheit.Die Demo endete nicht wie sonst auf dem Obermarkt, sondern
wurde zum Platz der Oktoberopfer weitergeführt. Hier wurden 1923
29 FreibergerInnen von der Reichswehr unter Beteiligung von Mitgliedern
der Burschenschaft "Glückauf" erschossen. Sie waren auch
auf die Straße gegangen, weil sie Brot für ihre Familien wollten.
In einer kurzen Feier gedachten die Teilnehmer der Montagsdemo der Toten
von 1923 und waren sich einig in dem Gedanken: Das darf nicht wieder passieren!
Dennoch: auch heute müssen viele Menschen in Deutschland von Sozialen
Tafeln mit Lebensmitteln versorgt werden. Der Herbst kommt- Regen, Schnee,
Wind, aber auch im November wollen die FreibergerInnen, neben den Infoveranstaltungen,
weiter am Montag auf die Straße gehen, vorher, am 06.11.04, fahren
sie noch Bahn und Schlitten mit Hartz IV in Nürnberg.
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