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fbÄ #41 - Artikel #1 - - - nov 2004
Immer wieder montags...

[nry] Unsere Montagsdemos haben bereits im April 2004 begonnen. Schon nach der ersten Großdemo in Berlin gab es am 17. April eine Demo gegen den Sozialabbau in Freiberg. Organisiert wurde sie vom „Runden Tisch für soziale Gerechtigkeit und gegen Sozialabbau.“ Danach wurde lange gerätselt, waren die 150 Teilnehmer nun ein Erfolg für Freiberg oder nicht. „Mehrheitlich“ war man sich einig, eine Demo jede Woche wäre nicht so das richtige und man beschloss Informationsveranstaltungen durchzuführen. Doch dann kam der Spätsommer. Montagsdemos waren wieder „in“ und einige PDS Genossen entsannen sich: Ja, wir haben da doch den "Runden Tisch". Landtagswahlkampf war ja auch, also passte das alles wunderbar zusammen. Wer diese Darstellung für überspitzt hält, sollte sich noch mal den Wahlkampfspot der PDS zeigen lassen. Nachdem die Meinungsverschiedenheiten mehr oder weniger ausgeräumt waren, ging man dazu über, eine regelmäßige Montagsdemo zu organisieren. Inzwischen sind acht vergangen. Es gab mit der Teilnehmerzahl ein ständiges auf und ab. Aber nun hat sich ein fester Stamm von 100-120 TeilnehmerInnen herausgebildet und die wollen weitermachen, trotz Regen und Kälte. Von vorneherein wurde von den OrganisatorInnen darauf Wert gelegt, Inhalte an die Menschen zu bringen. Deshalb wurde immer wieder versucht namhafte RednerInnen nach Freiberg zu bekommen. U.a. waren Gert Julius von der GBM, Matthias Dittmann vom Arbeitslosenverband, Ronald Plaschke von der Armutskonferenz Sachsen, die stv. Bundesvorsitzende der PDS, Katja Kipping, und viele andere bei uns zu Gast. Von Anfang an haben wir in die Organisation und Durchführung der Montagsdemos Jugendorganisationen mit einbezogen. Auch von ihnen gab es sehr inhaltsvolle Beiträge. Am offenen Mikrofon wurden wir immer wieder von spontanen Redebeiträgen beeindruckt. Zwei Versuche, ausländerfeindliche und rassistische Meinungen kundzutun, wurden strikt unterbunden. Unsere Montagsdemo und der Runde Tisch distanzieren sich aufs Schärfste von faschistischen, ausländerfeindlichen und rassistischen Parteien, Bewegungen und Äußerungen. Am 25.10. gab es für Freiberg eine Besonderheit.Die Demo endete nicht wie sonst auf dem Obermarkt, sondern wurde zum Platz der Oktoberopfer weitergeführt. Hier wurden 1923 29 FreibergerInnen von der Reichswehr unter Beteiligung von Mitgliedern der Burschenschaft "Glückauf" erschossen. Sie waren auch auf die Straße gegangen, weil sie Brot für ihre Familien wollten. In einer kurzen Feier gedachten die Teilnehmer der Montagsdemo der Toten von 1923 und waren sich einig in dem Gedanken: Das darf nicht wieder passieren! Dennoch: auch heute müssen viele Menschen in Deutschland von Sozialen Tafeln mit Lebensmitteln versorgt werden. Der Herbst kommt- Regen, Schnee, Wind, aber auch im November wollen die FreibergerInnen, neben den Infoveranstaltungen, weiter am Montag auf die Straße gehen, vorher, am 06.11.04, fahren sie noch Bahn und Schlitten mit Hartz IV in Nürnberg.

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