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fbÄ #40 - Artikel #1 - - - sept 2004
Freiberg stirbt: Stück für Stück...

Die Schwimmhalle auf dem Wasserberg ist dicht. Die Grundschule in Zug steht vor dem Aus. Beim Pi-Haus wurde gekürzt. Die Zukunft des Theaters ist ungeklärt. Und jetzt soll auch noch die „Alte Mensa“ schließen. Der Grund: den Anwohnern ist es nachts zu laut. Bereits in der 1653 herausgegebenen sog. „Möllerchronik“ wurde der Vorgänger der „Alten Mensa“, das Gasthaus „Zum halben schwarzen Ross“ als seit allen Zeiten bestehend erwähnt. Sicher haben auch damals Anwohner über nächtlichen Lärm geklagt. Die „Alte Mensa“ ist somit eines der ältesten gastronomischen Einrichtungen Freibergs. Diskos oder früher so genannte „Tanzveranstaltungen“ gibt es seit Jahrzehnten. Um so unverständlicher ist dadurch für uns die Entscheidung des Chemnitzer Regierungspräsidiums durch die übertriebene Einschränkung der Öffnungszeiten, der „Alten Mensa“ die wirtschaftliche Grundlage zu entziehen! Einige Anwohner wünschen nachts offensichtlich hochgeklappte Bürgersteige – das reicht aus, um einen historischen Ort mit enormer kultureller Bedeutung, nicht nur für die Universität, sondern für ganz Freiberg, den Boden unter den Füssen zu entreißen. Denn als ein kulturell sehr vielfältiger Verein, von Kreativ AGs bis zu den jährlichen Freiberger Jazztagen, ist die „Alte Mensa“ auf die wirtschaftliche Grundlage durch die Diskotheken angewiesen. Dabei gab es im Dezember letzten Jahres bereits einen Kompromiss zwischen der „Alten Mensa“ und dem Rechts- und Ordnungsamt Freiberg, welcher eine Begrenzung bestimmter Veranstaltungen und schallmindernde Maßnahmen vorsah. Die Beschwerdeführer waren ebenso zur Kompromissfindung eingeladen. Leider waren sie als einzige nicht an einer gütigen Einigung interessiert und blieben fern. Um so mehr überrascht die jetzt erfolgte nochmalige Einschränkung der Öffnungszeiten durch das Chemnitzer Regierungspräsidium. Denn seitdem hat es keine weiteren Untersuchungen in ausreichendem Umfang gegeben, welche diesen Schritt begründen. Nun versuchen die Betreiber gerichtlich gegen den Chemnitzer Bescheid vorzugehen. Ob es gelingt, ist fraglich. Außerdem wird über eine Unterschriftensammlung für die Beibehaltung der seit Dez. 2003 bestehenden Regelungen und die Außerkraftsetzung des jüngsten Beschlusses des Chemnitzer Regierungspräsidiums versucht, weiteren öffentlichen Druck aufzubauen. Die PDS unterstützt diese Aktion und bittet alle Freiberger Bürgerinnen und Bürger , sich an dieser Unterschriftensammlung zu beteiligen. Listen dazu liegen auch in der PDS-Geschäftsstelle im Haus der Demokratie/Bebelplatz 3 und im Büro der Landtagsabgeordneten Elke Altmann in Brand-Erbisdorf/Dr.- W.-Külz-Str. 10 aus.

PDS-Landtagkandidaten Christian Walter und MdL Elke Altmann
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