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fbÄ #38 - Artikel #2 - - - mai 2004
Zwangsumsiedlung von Asylbewerberinnen

[nry, fbä] Am 24. April wurde das Asylbewerberheim am Bahnhof in Freiberg geräumt. Den Beschluß fasste der Kreistag bereits im Januar diesen Jahres, auch mit den Stimmen der sonst oppositionellen PDS. Erst wenige Tage vor dem Termin wurden die Menschen über diesen Verwaltungsakt im Heim informiert. Daraufhin folgten Proteste der Betroffenen, Demo bis hin zum Hungerstreik. Die zuständigen Behörden reagierten mit Strafandrohungen und eiskalter Härte. Die Lebenssituation der ausländischen Mitbürger verschlechtert sich jetzt noch weiter. Ohne persönliche Schicksale und eventuelle Erkrankungen zu berücksichtigen, werden nun mehrere Personen in ein Zimmer gepfercht.. Hatte im alten Heim jedes Zimmer einen Sanitärtrakt, so stehen in der Chemnitzer Straße nur eine Dusche und eine Toilette pro Etage zur Verfügung. Die Menschen, die nach Helbigsdorf zwangsumgesiedelt wurden, sind noch schlimmer dran. Die Unterkunft ist darüberhinaus ca. 20 km von dem alten Wohnsitz Freiberg entfernt. Das Taschengeld für notwendige Busfahrten wurde selbstverständlich nicht erhöht.

Jeder Deutsche bekäme Ärger mit dem Tierschutzbund, würde er sein Haustier so behandeln wie der Landkreis Freiberg seine Asylbewerber. Der Lokalredakteur der "Freien Presse", Uwe Kuhr, wollte seinen LeserInnen den Zwangsakt als friedlichen Umzug verkaufen, obwohl den betroffenen ausländischen Mitbürger- Innen bei Zuwiderhandlung unmittelbarer Zwang (Haft usw.) angedroht wurde. Der Ermessungsspielraum lag bei der unteren Ausländerbehörde, deren Interessen von Zinkler, Schöne und der neuen Sozialamtsleiterin Helbig vertreten wurden. Die Asylbewerber wollen keine Sonderrechte, sondern einfach nur wie normale Menschen behandelt werden. Warum bei dem großen Leerstand von Wohnungen in Freiberg keiner auf die Idee kam, den Menschen Wohnungen anzubieten, wie das beispielsweise in Zwickau praktiziert wurde, untersteicht mal wieder, dass die Weltoffenheit Freibergs bloße Marketing-Strategie ist. So bleibt noch der Wunsch, den umherschweifende Bürger-(innen) am Samstag in der Bahnhofsstraße äußerten, dass Zinkler, Schöne und Helbig irgendwann ein Schreiben erhalten, in dem ihnen ihre fristlose Kündigung von heute auf morgen mitgeteilt wird. Soetwas soll es ja geben!

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