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| fbÄ #38 - Artikel #1 - - - mai 2004 |
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Neo-Nazis pur!
Aber so brav wie die Neo-Nazis ihren öffentlichen Auftritt organisierten - zeitweilig waren über 20 Kameraden in der Innenstadt unterwegs - sind sie in Wirklichkeit nicht. Die drei Regionalbüros Görlitz, Wurzen und Dresden von "AMAL – Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in Sachsen" zählten im Jahr 2003 141 rechte Übergriffe mit 194 direkt Betroffenen. Die überwiegende Anzahl der Übergriffe sind Körperverletzungsdelikte. Betroffenengruppen sind vor allem Nichtdeutsche und alternative bzw. nichtrechte Jugendliche, aber auch Obdachlose, Behinderte und Homosexuelle. Die Gefahr, die von Neo-Nazis ausgeht, wird inzwischen vielschichtiger. Der Straßenterror dumpfbackiger Kahlköpfe geht ungehindert weiter, parallel dazu versuchen ansehnlich gescheitelte Neonazis, eine neue außerparlamentarische Opposition aufzubauen wie das „Nationale Bündnis“ in Dresden unter der Führung des NPD Vorständlers Holger Apfel, der auch schon in Freiberg Nazi-Spektakel inszenierte. Mit einer Mischung aus Provokation und Pseudo-Bürgernähe heischen sie nach einem Wahlerfolg bei den Kommunalwahlen und den EU-Wahlen im Juni. Der sächsische Verfassungsschutz hat inzwischen vor der Dresdner Gruppierung gewarnt. Landesamtspräsident Stock sagte laut MDR, Mitglieder der Parteien DVU, NPD und Republikaner hätten sich zu einem „Nationalen Bündnis Dresden e.V.“ zusammengeschlossen. Er bezeichnete, so die MDR-Meldung weiter, das Bündnis als bundesweit einmaligen Fall. Bisher hätten rechtsextremistischen Parteien immer auf ihre Eigenständigkeit geachtet. Von den Kandidaten gehörten allein acht zur rechtsextremistischen NPD, drei zur Jungen Landsmannschaft Ostpreußens (darunter auch der Freiberger Alexander Kleber), drei zu den Republikanern sowie drei zur DVU. Der Dresdner Neo-Nazi- Verein hat bereits mehr als 100 Mitglieder. Im sächsischen Pirna stellten sich unlängst über 100 BürgerInnen mit einem Transparent vor einen NPD-Stand. Die Neo-Nazis packten ihre Sachen und verschwanden. In Freiberg reichte es bisher nur zu einem mit Straßenkreide schriftlich formulierten Protest. Vielleicht kommt der amerikanische Botschafter noch häufiger nach Freiberg. |
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