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| fbÄ #31 - Artikel #1 - - - februar 2003 |
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BI „Kein Nazi-Zentrum in Gränitz und auch nicht anderswo!“ -INFOs Presseerklärung Antifaschistisches und antirassistisches Mahnfeuer in Gränitz
Deckert ruft inzwischen bundesweit zu Spenden für sein „deutschbewusstes, nationales Begegnungs- und Freizeitzentrum Deutsches Haus Erzgebirge“ auf. In einem sogenannten „Erzgebirgs-Brief“ bittet er darüber hinaus um zinslose Darlehen und nennt vier Personen aus dem Westen der Bundesrepublik, die bisher Darlehen gewährt haben. Die bisherigen Kosten für das Nazi-Zentrum wie Erwerb des Hauses und des Grundstücks sowie für die bislang getätigten Renovierungs- bzw. Instandsetzungsarbeiten beziffert Deckert mit ca. 117 Tsd. EUR, wovon ca. 20 Tsd. EUR durch Spenden, überwiegend von SpenderInnen aus der Alt-BRD, erbracht wurden. In dem Erzgebirgs-Brief weist Deckert darauf hin, dass der ehemalige Gasthof Gränitz schon genutzt werden kann. Sein „Hausmeister“ Sandro Kempe aus Freiberg schreibt für die „Kameradschaft Norkus“ und als NPDFunktionär in der Nazi-Postille „Mitteldeutsche Jugend Zeitung“:„Das Deutsche Haus soll allen deutschbewussten Gruppen offen stehen. Es eignet sich aufgrund des Saales für Veranstaltungen der verschiedensten Art-Tagungen, Seminare, Parteitage, Volksfeste, Liederabende u.a.m.“ Neben dem örtlichen NPD-Kader konnte Deckert die „Bewegung deutsche Volksgemeinschaft“ (BDVG) für Arbeiten in Gränitz heranziehen. Insbesondere der Freiberger Neo-Nazi Kempe sieht in dem älteren Deckert eine Art Ersatzführer und „Parteisoldaten“ wie er in seinem Artikel schreibt. Vor solchen Entwicklungen hat die Bürgerinitiative „Kein Nazi-Zentrum in Gränitz und auch nicht anderswo!“ von Anfang an gewarnt. Die BI ist auch der Auffassung, dass die Aktivitäten der Kreisverwaltung, wie das Versiegeln des Gebäudes, von ihrer Wirkung her bald erschöpft und nicht ausreichend sein werden. Ebenso sind die Bemühungen des Netzwerk Sachsen gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit e.V. von Helmar Leo Blech, die Neo- Nazis in gemeinsamen Dialogen zu demaskieren, äußerst fragwürdig. Wir sind nach wie vor der Meinung, den Neo- Nazis kein öffentliches Forum anzubieten. Das Gespräch zwischen Netzwerk-Mitarbeiter Lindemann und dem NPDFunktionär Leichsenring, das in der Sächsischen Zeitung abgedruckt wurde, hat nichts Neues über den miesen Charakter des Neo-Nazis offenbart. Im Gegenteil, Leichsenring konnte in einer breiten Öffentlichkeit zur Freude seiner Nazi-Kameraden sein faschistoides Gedankengut ausbreiten. Weder das Netzwerk, noch die Amtsträger im Landkreis Freiberg, wie die Oberbürgermeisterin der Stadt Freiberg, der Landrat usw. haben die Gelegenheit genutzt, um das Mahnfeuer zu unterstützen. Im Gegenteil, das Landratsamt hat zunächst versucht, die Bürgerinitiative durch Verbotsdrohungen einzuschüchtern. Das zeigt wieder einmal mehr wie Ernst das Engagement der Amtsträger des Landkreises Freiberg genommen werden kann. Bis auf Lippenbekenntnissen und Gründungen von Initiativen („weltoffenes Freiberg“, „Bündnis gegen Extremismus“) ist nichts Weiteres erfolgt. Die BI setzt weiter auf die Strategie, den Nazis den öffentlichen Raum zu nehmen und selbst zu besetzen wie mit dem antifaschistischen und antirassistischen Mahnfeuer, an dem trotz eisiger Kälte so viele Bürgerinnen und Bürger teilgenommen haben. |
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