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fbÄ #30 - Artikel #1 - - - dezember 2002
INFO - Bürgerinitiative "Kein Nazizentrum in Gränitz und auch nicht anderswo!" - INFO

Das Nazi-Zentrum in Gränitz gibt es immer noch und entgegen aller polizeilichen Verlautbarungen finden dort auch schon regelmässige Treffen kleinerer Gruppen von Neo- Nazis statt. Am 24. November musste die Polizei wieder einmal nach Gränitz ausrücken, um eine Versammlung zu kontrollieren und auf den Erhalt der Amtssiegel zu achten. Seit dem Frühjahr dürfen Hausbesitzer Günter Deckert (Ex- NPD-Vorsitzender) und seine Putzkolonne um Sandro Kempe aus Freiberg keine baulichen Veränderungen mehr vornehmen. Deckert scheint nicht in der Lage zu sein, einen ordnungsgemäßen Bauantrag zu stellen, wie es von jedem normalen Bürger erwartet wird. Stattdessen lamentiert er in der NPD-Partei-Presse über angebliche Schikanen durch die Freiberger Kreisverwaltung oder der Stadtverwaltung von Brand-Erbisdorf. Neben der Kameradschaft Norkus aus Freiberg, die aufgrund der Arbeit für Deckert wohl ihre Internet- Homepage eingestellt hat, engagiert sich die Bewegung deutsche Volksgemeinschaft (BdVG), eine Abspaltung der „Jungen Nationaldemokraten“ für den Auf- und Ausbau des Nazi- Zentrums Gränitz, das sie auf den Namen „Deutsches Haus Erzgebirge“ getauft haben.

Die Bürgerinitiative „Kein Nazi-Zentrum in Gränitz und auch nicht anderswo!“ ruft für den 21. Dezember zu einem antifaschistischen Mahnfeuer in Gränitz auf. Das ist nun der vierte Versuch eine breitere Öffentlichkeit gegen das Nazi-Zentrum in Gränitz zu mobilisieren. Man darf gespannt sein, was sich der Oberbürgermeister von Brand-Erbisdorf, Volker Zweig, und seine Handlanger in der Verwaltung dieses Mal ausdenken werden, um die Veranstaltung zu verbieten. Mit der Mahnwache sollen die Neo-Nazis daran gehindert werden, eine größere Sonnenwendfeier auf dem Deckert-Grundstück abzufeiern. Insbesondere die BdVG ist für derartige Spektakel in Sachsen bekannt.

Inzwischen hat sich das Engagement des Vereins Netzwerk Sachsen gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit gelohnt. Am Samstag, den 30. November, erhielt der Chef des Netzwerks, der ehemalige Polizeichef von Pirna, Helmo Blech, den Julius-Rumpf-Preis 2002 der Martin- Niemöller-Stiftung im Dresdner Rathaussaal überreicht. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert. Die Laudatio hielt im übrigen Rita Süßmuth (CDU). Die Bürgerinitiative beglückwünscht Herrn Blech zu diesem Erfolg, ist aber nach wie vor davon überzeugt, dass die Arbeit des Netzwerks beileibe nicht ausreicht, um das Nazi-Zentrum in Gränitz zu verhindern. All zu sehr kümmern sich die Polizisten im Ruhestand, Blech und Lindemann, um die Verbreitung der „Extremismus-Ideologie“ des Verfassungsschutzes, die sie geschäftstüchtig in die Köpfe der Verwaltungsbeamten getrieben haben. Positiv daran bleibt, dass niemand von diesen Damen und Herren zukünftig behaupten kann, es gäbe im Landkreis Freiberg und in Sachsen keine gefährlichen Neo-Nazis.

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