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fbÄ #26 - Artikel #2 - - - februar 2002
“Was wird aus den Generationen, die im Flüchtlingslager aufwachsen?”

[U. Skalský- Richter] Die Friedensinitiativen Freiberg und Brand-Erbisdorf haben noch im vergangenen Jahr ein Afghanistan-Hilfsprojekt ins Leben gerufen. Über 20 Jahre Krieg, Bürgerkrieg und fundamentalistische Herrschaft haben Afghanistan zum Spielball fremder Mächte gemacht und ca. 6 Mio. Afghanen aus dem eigenen Land in Flüchtlingslager und alle Welt getrieben. Besonders in den Flüchtlingscamps an den Grenzen zu Afghanistan ist die Not groß. Almosen der pakistanischen Regierung und Hilfen internationaler humanitärer Organisationen vermögen nur das Allernotwendigste für die dort lebenden Menschen bereitzustellen. Oft ist die Hoffnung auf einen vielleicht besseren nächsten Tag und wenigstens etwas zu trinken alles, was den Flüchtlingen in den Lagern bleibt. Besonders die Schwachen der Gesellschaft, Kinder und Frauen, leiden unter diesen unerträglichen Bedingungen. Krankheiten sind ständige Begleiter des Lebens in den Flüchtlingscamps.

Das Dilemma größerer Hilfsorganisationen ist, dass die Hilfe die bedürftigen Menschen häufig nicht erreicht sondern an der afghanischen Grenze in dunklen Kanälen verschwindet. Oft werden die Hilfsgüter an die Notleidenden nicht unentgeltlich weitergegeben werden und Spenden somit sinnentstellt verkauft. Die Friedensinitiativen Freiberg und Brand-Erbisdorf haben mit der afghanischen Ärztin Frau Temory eine kompetente und seit langen Jahren engagierte Frau zur Verwirklichung der geplanten Hilfe gefunden. Seit Beginn der Mujaheddinherrschaft wurden Rechte der Frauen in Afghanistan sehr eingeschränkt und unter der Talebanregierung nahezu abgeschafft. Viele Frauenorganisationen können seither nur noch illegal und zudem vom Ausland aus arbeiten. Über Frau Temory haben wir die Verbindung zur größten Frauenorganisation Afghanistans, dem Afghanischen Frauenrat, mit 150.000 Mitgliedern. Die Organisation setzte sich vor der Mudjaheddinherrschaft für die Gleichberechtigung der Frauen in der Gesellschaft, für Familienplanung und für Volksbildung ein.

Anders als im Falle unserer Hilfe für eine serbische Schule nach dem NATOKrieg gegen Jugoslawien, kann jetzt unsere Hilfe nur finanzieller Art sein. Nach Anfragen würde ein Gütertransport nach Afghanistan ca. 70.000 DM an Flugkosten ausmachen. Dieses Geld soll besser den Menschen in Afghanistan zu Gute kommen. Bewusst haben wir mit unserem Hilfsprojekt ein Lager ausgewählt, in dem vornehmlich Frauen und Kinder leben, die am meisten Leidtragenden von Krieg und Not. Es ist ein Lager bei der pakistanischen Stadt Peshawer, wo gegenwärtig 50.000 Menschen leben. Geplant ist, dass von mehreren Frauen des Frauenrates vor Ort in Peshawer Sparbücher eingerichtet werden. Aus Gründen der verdeckten Arbeit auch in Pakistan ist das natürlich nicht als Körperschaft, sondern nur als Privatperson möglich. Auf die Sparbücher können unsere Spendengelder gelangen. In ständiger Verbindung der Frauen vor Ort mit Frau Temory können dann Entscheidungen über die Verwendung dieser Gelder getroffen werden. Möglich sind: Kauf von Textilien und Nahrungsmitteln, aber auch die Aushändigung von kleineren Summen für Familien im Lager. Somit ist die Sicherheit für den wirksamsten Einsatz der Spendengelder gegeben.

Bisher gingen 2.400 DM Spendengelder auf das unten stehende Konto ein. Wir bitten alle Bürger, sich mit finanziellen Spenden an unserer humanitären Hilfe für Menschen im Flüchtlingslager Peshawer zu beteiligen. Auch Kontakt zu den dort lebenden Menschen soll hergestellt werden. Wie leben die Menschen, welche einfachen Wünsche haben sie - Fragen, die beantwortet werden sollen. Afghanistan braucht sicher viel Hilfe in der kommenden Zeit, das Wichtigste ist gegenwärtig jedoch, einen kleinen Beitrag für das Überleben in einem kalten Winter in notdürftigsten Behausungen zu ermöglichen. Es ist immer noch Krieg!

FI Freiberg, Kontoinhaber: Kinder- und Jugendzentrum Freiberg e.V., Kreissparkasse Freiberg
Kto. 3115002768, BLZ 870 520 00
Kennwort: „Afghanistan“ bei „Verwendungszweck“ unbedingt angeben!
Informationen: http://organisationen.freepage.de/friedensinitiativefg

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