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fbÄ #25 - Artikel #2 - - - november 2001
Kopfgeldjäger gegen Schmierfinken

[willi maler] Die Arbeitsgruppe „Graffiti“ der Polizeidirektion Freiberg will die Stadt sauber und rein machen. Wie der Name schon sagt, geht es in den Tagund Nachteinsätzen nicht darum, die nach dem Strafgesetzbuch höher eingestuften Delikte wie Ausländerfeindlichkeit, Volksverhetzung begangen vonseiten regelmäßig durch Freiberg streifender Jung- Nazis, wie die Müllbeseitigung durch unerlaubtes massenhaftes Abladen an dafür nicht vorgesehenen Plätzen oder gar die mutwillige Zerstörung von Wohnraum durch spekulatives Leerstehen lassen von Häusern in der Innenstadt polizeilich zu bekämpfen. Auch dürften die finanziellen Schäden nach Körperverletzungen durch Neo-Nazis weit höher liegen. Der Image-Verlust der Stadt Freiberg durch „Graffiti“ ist angesichts der Ausstrahlung mancher Bauruinen in der Innenstadt vermutlich auch geringer. Manch ein Bürger und etliche Bürgerinnen werden sich denn auch fragen, ob die Freiberger Polizei nichts Besseres zu tun hat, als nachts Häuser zu bestreifen, um nächtliche Straßenkünstler mit frischen Farbtupfern an einer Hauswand zu erwischen. Damit keine Mißverständnisse aufkommen, Ordnungswidrigkeiten und mutwillige Sachbeschädigungen müssen vom Staat verfolgt werden und wer sich erwischen läßt, der muß auch die Konsequenzen tragen. Aber für den Dreck auch noch eine Sondertruppe bei der Polizei aufzustellen, kommt fast einem Verfassungsbruch nahe: dem der Wahrung der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Neulich soll ein Streifenkommando ein paar Sprayer auf frischer Tat erwischt haben. Die kriminelle Bande hatte sich im reichlich versifften Bahngelände in Freiberg über eine halb verfallene Mauer hergemacht und mit Spraylack erste Renovierungsarbeiten verrichtet. Jetzt wissen die Jungen, was sie an ihrem Staat haben, sie sind erkennungsdienstlich behandelt und offensichtlich auch genötigt worden in Begleitung der Streifenbeamten sämtliche Graffitis abzufahren, für deren Urheberschaft sie infrage kommen könnten. Ex-OB-Konrad Heinze, dem jetzt ein zu laxer Umgang mit Steuermitteln wegen der „Stadtbau GmbH“ in Millionenhöhe nachgesagt wird, hatte kurz vor seiner Abwahl gefordert, dass Kaufhäuser, die Farbsprühdosen anbieten, den Verkauf schärfer kontrollieren sollten (Vorsicht! Kamera). Richtig so! Die Arbeitsgruppe „Verschleuderung von Steuergeldern durch städtische Wahlbeamte“ des Freiberger Finanzamtes sollte schon mal vorsorglich bei dem Leiter der Freiberger Polizeidirektion Volker Höhne wegen der anstehenden Haudurchsuchungen vorsprechen. Auch mit Polizeikräften sollte man richtig haushalten.

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