Kopfgeldjäger gegen Schmierfinken
[willi maler]
Die Arbeitsgruppe
„Graffiti“ der Polizeidirektion Freiberg will
die Stadt sauber und rein machen. Wie
der Name schon sagt, geht es in den Tagund
Nachteinsätzen nicht darum, die nach
dem Strafgesetzbuch höher eingestuften
Delikte wie Ausländerfeindlichkeit,
Volksverhetzung begangen vonseiten regelmäßig
durch Freiberg streifender Jung-
Nazis, wie die Müllbeseitigung durch
unerlaubtes massenhaftes Abladen an
dafür nicht vorgesehenen Plätzen oder
gar die mutwillige Zerstörung von Wohnraum
durch spekulatives Leerstehen lassen
von Häusern in der Innenstadt polizeilich
zu bekämpfen.
Auch dürften die
finanziellen Schäden nach Körperverletzungen
durch Neo-Nazis weit höher liegen.
Der Image-Verlust der Stadt Freiberg
durch „Graffiti“ ist angesichts der
Ausstrahlung mancher Bauruinen in der
Innenstadt vermutlich auch geringer.
Manch ein Bürger und etliche Bürgerinnen
werden sich denn auch fragen, ob die
Freiberger Polizei nichts Besseres zu tun
hat, als nachts Häuser zu bestreifen, um
nächtliche Straßenkünstler mit frischen
Farbtupfern an einer Hauswand zu erwischen.
Damit keine Mißverständnisse
aufkommen, Ordnungswidrigkeiten und
mutwillige Sachbeschädigungen müssen
vom Staat verfolgt werden und wer sich
erwischen läßt, der muß auch die Konsequenzen
tragen. Aber für den Dreck auch
noch eine Sondertruppe bei der Polizei
aufzustellen, kommt fast einem Verfassungsbruch
nahe: dem der Wahrung der
Verhältnismäßigkeit der Mittel. Neulich
soll ein Streifenkommando ein paar
Sprayer auf frischer Tat erwischt haben.
Die kriminelle Bande hatte sich im reichlich
versifften Bahngelände in Freiberg
über eine halb verfallene Mauer hergemacht
und mit Spraylack erste
Renovierungsarbeiten verrichtet. Jetzt
wissen die Jungen, was sie an ihrem
Staat haben, sie sind erkennungsdienstlich
behandelt und offensichtlich auch
genötigt worden in Begleitung der
Streifenbeamten sämtliche Graffitis abzufahren,
für deren Urheberschaft sie
infrage kommen könnten. Ex-OB-Konrad
Heinze, dem jetzt ein zu laxer Umgang
mit Steuermitteln wegen der „Stadtbau
GmbH“ in Millionenhöhe nachgesagt
wird, hatte kurz vor seiner Abwahl gefordert,
dass Kaufhäuser, die
Farbsprühdosen anbieten, den Verkauf
schärfer kontrollieren sollten (Vorsicht!
Kamera). Richtig so! Die Arbeitsgruppe
„Verschleuderung von Steuergeldern
durch städtische Wahlbeamte“ des Freiberger
Finanzamtes sollte schon mal vorsorglich
bei dem Leiter der Freiberger
Polizeidirektion Volker Höhne wegen der
anstehenden Haudurchsuchungen vorsprechen.
Auch mit Polizeikräften sollte
man richtig haushalten.
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