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| fbÄ #22 - Artikel #2 - - - juni 2001 |
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Zum Ökofeminismus: Nachhaltigkeit und Macht Schon lange hatte ich vor, über diesen Titel zu sprechen, dies aber aus unerfindlichen und eigentlich unverzeihlichen Gründen immer wieder verschoben. Bekannt geworden bin ich mit dieser Nachhaltigkeitskritik über eine Diskussion zum Thema Nachhaltigkeit. Zum erstenmal tauchte im Zusammenhang mit Fundamentalkritik der Begriff BUKO auf. BUKOheißt Bundeskongreß entwicklungspolitischer und internationalistischer Aktionsgruppen (Bremen). Er ist ein Bündnis bewegungsorientierter EnthusiastInnen, die vorallem im Nord-Süd-Bereich engagiert sind. Nun läßt sich das Nord-Süd-Thema bei wirklich kritischer Sicht nicht von einer umfassenden Patriarchatskritik und unserem Ökologieverständnis trennen. Im Zusammenhang damit und in Konsequenz einer jahrelang kritischen Sicht auf die Dinge ist o.g.Titel als Ergebnis einer Diplomarbeit entstanden, der mir ob seiner Tiefe und kritischen Sicht auf das Thema nur Bewunderung abringen kann. Der BUKO war die einzige Gruppe, die in der Lage war, schon bei der ersten Präsentation der Studie “Zukunftsfähiges Deutschland” von BUND und Misereor eine erste fundierte Kritik anzubringen. Es ging hier nicht um eine Kritik der Kritik willen, sondern um das Aufzeigen jener Machtverhältnisse und Leerstellen im Nachhaltigkeitsdiskurs, die für gewöhnlich nicht mit benannt werden und aus Erfahrung heraus auch in klassisch linken Nachhaltigkeitsdiskursen keine Rolle spielen, bei dem Ökologie verkürzt als Ressource Umwelt verstanden wird, bei dem nicht der Norden als der das weltweite Dilemma Verursachende benannt wird, bei dem nicht unser herrschaftsförmiger Zugriff auf alle Lebensbereiche Ausgangspunkt ist , sondern wo die Schuld am jetzigen Zustand der Erde den Ländern des Süden aufgebürdet wird. Armut verursache die Ausplünderung der Ressourcen und globale Zerstörung und nicht etwa die Gier nach immer größerem materiellen Reichtum. Als Lösung wird natürlich unsere Hilfe zu Entwicklung angeboten, unsere Technologie, unser Bildungswesen usw. womit sich die eigentlichen VerursacherInnen im Norden geschickt als DIE RetterInnen global anbieten. Ein Umstand, der kaum auffällt, wenn mann/frau nicht kritisch hinter die Fassade schaut und auch Willens ist, die Verhältnisse in der eigenen Kultur zu hinterfragen. Im Buch wird sich mit einer Vielzahl vom Positionen im s.g. Entwicklungsdiskurs auseinandergesetzt. Wir erfahren von Beck, Biehl, Foucault, George, Marx, Meadows, Menzel, Mies, Rommelspacher, Sachs, Spehr, Ullrich, Wallerstein, Weizsäcker, Wichterich,...; zum Thema Umwelt und Entwicklung im Diskurs, zur Begriffserklärung, zu Wirtschaftswachstum und Bevölkerungspolitik, zu Technik- und Ökologiezentrismus, zu Gewalt und kapitalistischem Weltsystem, zu Sustainable Development als Strategie moderner Herrschaftssicherung und als Baustein für ein neues “hegemoniales Projekt” .Im Anhang ist ein Teil der Debatte um die Studie “Zukunftsfähiges Deutschland” nachzulesen. Ich muß gestehen, das dieser Text einen s.g.Aha- Effekt bei mir ausgelöst hat, eigentlich nicht nur einen, sondern DEN, und daß ich auch im Zusammenhang mit der Fromm‘schen Frage zu Haben oder Sein nur noch im herrschaftskritischen Umfeld suchen KANN. Beide AutorInnen habe ich bei BUKO- Kongressen persönlich gehört (Christoph
Spehr und Ulla Peters wären hier ebenfalls zu nennen), die vom BUKO herausgegebende
Zeitung “ALASKA” ist aus meiner Sicht eine Fundgrube für herrschaftskritische
und bewegungsorientiert Suchende. Helga Elbinghaus, Armin Stickler: Nachhaltigkeit und Macht. |
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