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| fbÄ #20 - Artikel #2 - - - januar 2001 |
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“Obdachlosigkeit unsere persönliche, gesellschaftliche
und kommunale Verantwortung”
Zum Schwerpunkt der abendlichen Podiumsdiskussion entwickelten sich die Aufenthaltsbedingungen im Freiberger Obdachlosenheim. Wer dort Aufnahme finden will, muß pro Übernachtung 5,- DM entrichten. In den Betten dürfe nicht geraucht werden, hieß es und im gesamten Haus gelte ein striktes Alkoholverbot. Stark angetrunkenen Personen werde zu keinem Zeitpunkt Zugang gewährt, betonte der Leiter Gunter Fischer und mit Nachdruck ereiferte er sich: “Egal was für Wetter, was für eine Jahreszeit! Die Tür bleibt dann zu!” Auf Nachfragen aus dem Publikum, warum er so rigoros gegen Alkoholkonsum sei, wo er doch selber gesagt habe, dass 80-90 Prozent der Obdachlosen Alkoholiker seien, verwies er auf die Probleme im Heim mit Betrunkenen. Immerhin gäbe es Leute bei ihm, die einer Arbeit entweder in Form von ABM oder bei der „Gesellschaft für Strukturentwicklung und Qualifikation“ (GSQ) nachgingen, und die sich durch Betrunkene enorm gestört fühlten. Frau Hageni ergänzte die Ausführungen Fischers noch mit dem Hinweis, dass es im Falle des Zusammenlebens von Menschen eine klare Hausordnung zu geben habe, an die man sich eben halten müsse. An dieser Stelle hielt es einen Mann aus dem Publikum nicht mehr auf seinem Sitz. Man solle sich doch mal über diese ständige Gängelei der Menschen im Heim, sowie die Lebensbedingungen Gedanken machen. Mit Nachdruck bezweifelte er die offizielle Zahl von 60 Obdachlosen in Freiberg, da niemand genau über die Verhältnisse in den zahlreichen Abbruchhäusern Bescheid wisse. Außerdem verlangte er die regelmäßige Präsenz der Polizei im Albert- Park. Die Polizei erscheine nur, wenn sich mal hoher Besuch blicken lasse. Der Stadt und insbesondere dem Oberbürgermeister Konrad Heinze warf er vor, trotz anderslautender Betroffenheitsreden nicht mit Obdachlosen kooperieren zu wollen. So habe Heinze den ernstgemeinten Vorschlag von Obdachlosen, sich selber ein Haus einzurichten, mit dem fadenscheinigen Argument abgelehnt, da könnten Werkzeuge gestohlen werden. Am Schluss der nur knapp dreistündigen Veranstaltung meldete sich noch ein Vertreter der Polizei zu Wort um den bereits aufbrechenden ZuhörerInnen von der überaus engagierten und erfolgreichen Arbeit der Polizei zu berichten. Den Einwurf, daß es nur bei herrschaftlichem Besuch zu Streifentätigkeit im Albert-Park komme, wies er verständnislos von sich. |
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